Frau Blutze sieht blau

23. Juli, 2008

Hai everybody,
mit mein Englischkenntnissen geht´s mächtig voran. Ich hab jetze auch fast jeden Tag geübt. Geht prima beim Wischen mit den Kopfhörern auf, da brauch ich mir auch das Rumgeschreie hier in den Büros nicht anzuhören. Ist ja unerträglich im Moment. Die sind alle ganz hippelig. Ständig erzählen sie was von einem Kaunter. Das ist so eine Uhr, wo kaputt ist. Weil die kann nicht mehr vorwärts laufen wie eine ordentliche Uhr. So ein Kaunter läuft rückwärts, das ist, als würd ich die Treppe von unten nach oben wischen. Macht ja kein Mensch so was. Und das bald alles blau wird, so wie mein Hans-Werner meistens abends, das erzählen die auch dauernd und grinsen dabei wie blöd.

Ich les jetzt auch schon immer ma in meim Lernbuch nach, damit ich weiß, was das ganze englische Zeug hier im Büro alles ist. Apples zum Beispiel sind Computer, wo die immer die bunten Bilder mit machen. Icons sind die Schilder an den Klotüren, damit die Männer nich auf´s Frauenklo gehen und die Mädels beim Eileinern störn. Und Blu hab ich auch schon gefunden, das ist leicht, das heißt einfach blau, da ham die Englandtypen nur das a rausgemacht weil die das anderswo gebraucht ham. In England war damals nämlich nich viel los, nur Wald mit so Leuten wie dem Robin Wut drin am rumreiten aber sonst kaum Leute. Wenn die dann doch endlich mal einen getroffen ham, warense so erstaunt, da hamse dann immer laut AAA! gerufen. Deswegen heißt das heute noch A män, wie bei uns in der Kirche und A wumän für wenns eine Frau war, die sie getroffen ham. Blu ray ist glaub ich ein Musiker, der immer besoffen Trompete gespielt hat, aber das weiß ich noch nicht ganz genau, da muss ich noch bissl mehr lernen für. Dann sag ich euch das.

Jetze würd ich ja doch gern wissen, was die hier vorbereiten. Heut beim Auffüllen in meiner Putzkammer hab ich gesehen, dass sogar das Klopapier blau ist. Kam gestern die Lieferung. Na mir egal, ich muss es ja nur aufhängen. Weiß ja keiner, ob die Farbe wasserfest ist. Hihi, der kleine Chef so als Pavian, mit blauem Hintern das sieht bestimmt klasse aus. Bloß die Jungs in den Büros, die wo immer so tüftlen , das heißt hier programmirn, die sind nicht so fröhlich wie die anderen. Die sind völlig hektisch und guggen immer auf die komische Kaunteruhr und raufen sich dann die Haare. Da hab ich jetze sogar Staubsaugverbot, bei denen. Das geht ja gar nich. Die Blutze muss immer überall rein können. Sauber muss sein. Immer und in jedem Zimmer. Au fein, das reimt sich, da mach ich mir vielleicht mal mein Familienwappen draus. Oder ein Firmenschild. Ich seh mich schon im Chefsessel sitzen. Frau Blutze, Herrscherin über das Blitzblankimperium. Vielleicht hat das ja was mit dem Kaunter zu tun? Am Montag isses soweit, um elf. Vielleicht krieg ich da eine blaue Reinigungsmaschine und arbeite ab dann auf eigene Rechnung. Bestimmt, das isses. Se future is blu and life is wunderfull. Feudel marsch, immer Eure treue Blutze.


Frau Blutze goes Inglisch

11. Juli, 2008

Liebe Leute,
letzte Woche ham ganz viele was auf meim Block geschrieben. Da muss ma ja auch ma Danke sagen. Oder senkju.
Wa, jetzt staunta? Die olle Blutze lernt jetze nämlich ausländisch. Weil der kleine Chef hat gesagt, ich soll ma mehr verstehn von den Computers und dem Bluzeugs. Er könnt das nimmer lesen auf meim Block, wenn ich das ausländische alles falsch schreib. Wo ich doch jetze fast gar keine Fehler mehr machen würd bei den deutschen Sachen. Also hatter son Buch mit Kasette gekauft un nu lern ich jeden Tag. Erstma nur hörn und nachsprechen. Schreiben kommt dann. Senkju, hällo und gudbei kann ich schon. Und eiwontuwisch. Das heißt ich will saubermachen und ist berufsausländisch. Eilafju ist für privat. Das hat mir der Alfonso ja auch schon beigebracht, aber in einem anderen ausländisch, davon gibt’s ganz viele. Tekjiero muss ma beim Alfonso daheim sagen. Is kompliziert alles. Aber schön is, in inglisch is is is. Praktisch, wa? Das heißt ja bei uns eigentlich ist, aber das Tee am Ende vergiss ich manchmal.

Au weia, ich komm noch ganz konfus. Blureh war noch nich auf der Kasette. Da kann ich euch immer noch nich so richtig weiterhelfen, was das heißt. Aber is ja alles noch ganz am Anfang. Hier in der Zentrale von dem Blureh reden die alles durcheinander. Ausländisch sowieso aber auch so Mischmasch wie da, wo ich mit meim Hans-Werner zum Urlaub war vor zwei Jahrn. Ballermann, vielleicht war ja von euch auch schoma einer da. Is total schön mit Sand und Wasser, was nich so kalt is. Weil da gehn die Jungs immer ganz schnell rein, wenn der Sangriaeimer alle is. Dann guggense so bissl unschuldig in die Luft und wennse rauskomm, sindse ganz entspannt. Hihi, ich weiß schon warum. Mein Hans-Werner is ja auch so einer. Na ja, die Männers. Kennste einen, kennste alle.

Jedenfalls kannste da alles hörn an Sprachen, was in Deutschland gibt. Selbst bairisch, aber das kamma ja gar nich verstehn. Wennwa nochma mit meim Hans-Werner da hin fahrn, kann ich ja jetze dick auftrumpfen mit meim ausländisch, da mach ich einen auf Schädsädd wie die Fraun im Fernsehn von Sexisitti. Blos auf Absatzschuhen laufen muss ich noch üben, da knick ich immer bei um. Na ja, erstma mach ich jetze Woter in mein blauen Eimer und geh was wischen. Klin muss sein. Feudel marsch, immer eure treue Blutze, Kwin of Windoglanz.


Frau Blutze lernt spanisch

3. Juli, 2008

Liebe Leute,
das war ja ma was. Bei dem Endspiel. Ich sache Euch. Nee, nee. Aber ich mach ma der Reihe nach. Ich hab doch letzte Woche auf meim Block draufgeschrieben, dass ich mit dem Hans-Werner, was mein Mann ist und seinen Kumpelz zum Fußballguggen gehen muss. Weil ich dem sein Bier hab warm wern lassen beim Halbfinale.

Wir also am Sonntag zum Feuerwehrheim. Dahinter ist die große Wiese, wose sonst immer die Schläuche zum trocknen hinlegen. Jetze hamse aber ein Bierstand hingestellt und die Leinwand ausm Kulturhaus und Bänke zum drauf sitzen. Bratwurst war auch und unser Türke mit seim Dönerwagen und Köfte. Der hat sogar das Triko von den Deutschen angezogen. War aber schon ziemlich eingesaut mit Soße. Wie der mich gesehen hat, hatter gegrinst und die Rakiflasche hochgehalten.

Der Hans-Werner hat gleich seinen Hintern auf die Bierbank plumpsen lassen und zu mir gesacht so mein Mäuselchen, dann ma los mitm Bierdienst, wir ham Durst. Na bin ich halt losgetrabt, ich habs ja versprochen, damit er nimmer sauer ist. War ne lange Schlange am Getränkestand. Da hab ich gut Zeit gehabt zum Guggen. Na gab ja auch was. Also der Kerl, der wo das Bier gezapft hat, Mannomann. So schwarze Haare, bissl länger, braun gebrannt wie der Julio Eklesias. Drei Knöppe vom Hemd hatter offen gehabt und so richtig schön Fell zum kraulen. Erst hab ich noch gedacht, der is ganz fromm, weil der son dickes Goldkreuz umhat, aber nacher hab ich das nimmer gedacht.

Wie ich dran war, hab ich auch noch ein Knopp vorne aufgemacht, weils so warm war. Sechs Bier hab ich dann bestellt und er fragt so bissl ausländisch zurück „Sexe? Si Senora, gerrne.“ Da isses mir aber den Rücken runtergelaufen, mein lieber Schieber. Ich die Bier auf die Oberweite gestemmt, hab ja genuch und ab. Der Hans-Werner hat bloß gebrummt, weils so lang gedauert hat und ich könnt gleich nochma los. Hab ich mir nich zweimal sagen lassen. Die Schlange war auch nimmer so lang. Wie ich vorne war, hat der hinter seiner Theke so gegrinst, ich hab bald keine Luft mehr gekriegt.

Na ich bin dann noch so knapp zehnmal vor. Alfonso heißt er, kommt aus Annalusien, das is in Spanien. Ist aber schon lang bei uns. Der hat mir sogar paar Worte spanisch beigebracht. Tekjero, miamor und mariakorn. Oder so. Der Hans-Werner hat nix gemerkt. Also der hat dann eigentlich überhaupt nix mehr gemerkt. Wo die verlorn ham, musst ich nämlich Kurze bring. Und der Türke ist mit seim Raki aus der Bude raus und hat zum Trost und auf die deutschtürkische Freundschaft eingeschenkt, bis alle war. Eigentlich wollt ich ja mit dem Alfonso noch Flamingo tanzen. Ging aber nich, ich musst den Hans-Werner heim schleppen als er versucht hat, mit seinen Kumpels die Leinwand abzufackeln. Na ja, zumindest die Sache mit dem warmen Bier is jetze vergessen. Ich mach mich ma wieder an mein Wischeimer, sauber muss ja sein. Feudel marsch, immer Eure treue Blutze.


Blutze im Finale

26. Juni, 2008

Liebe Leute,
jetze hamma den Salat. Eure olle Blutze muss am Sonntag mit dem Hans-Werner und seinen Kumpels zum Fußballgucken. Weil beim Spiel gegen die Döner-Jungs das Bier vom Hans-Werner warm war. Ich hab Nachmittag unsern Kühlschrank sauber machen wolln, der hat schon so komisch gerochen. Und da hab ich den halt mal so richtig gründlich ausgewischt, mit Essig. Das ist das beste, immer Essig rein ins Putzwasser, das hilft selbst gegen Hans-Werner seine Spuren im Klo aber das muss ja jetze hier nich sein, dass ich davon erzähl. Ich hab dann auch alles wieder eingeräumt, bis auf die Sachen, wo Schimmel drauf war. Bloß den Stecker hab ich vergessen wieder rein zu machen.

Hat der Alte getobt, wie er sich´s aufm Sofa gemütlich machen wollt! Kippen griffbereit, Kissen für unter die Arme, paar Nüsschen und Chipsletten – hat alles gepasst. Und dann das Bier nich kalt. Der hat´s gleich gemerkt, das mit dem Stecker. Ich hab noch versucht das auf den alten Kühlschrank zu schieben und dass er mir doch mal endlich einen neuen kaufen soll, so in Rot, das würd ja auch viel besser aussehen. Aber richtig geholfen hat das nich. Bin ja heilfroh, dass er mir mit dem Kabel nich gleich noch eine verpasst hat. Mann war der sauer.

Ich mir gleich die Trainingsbuxen übergezogen und los mit´m Fahrrad. Um die Ecke is´n Türke, der hat abends immer lange auf. Na da war ich ja erst ma auf Nummer eins gesetzt. Ich hab doch die Flagge am Fahrrad. Kam nich so gut an bei den gefühlten hundert Schwarzbärten in der neun-Quadratmeter-Bude. Dann musst ich reinkommen und hab gleich ne Schüssel Köfte vorgesetzt gekriegt und Tee und schrumpelige schwarze Oliven. Und Raki. Nach dem dritten Raki bin ich dann aber wieder los zu meim Hans-Werner. Der hat schon zwei von den warmen Flaschen von seim Bier drin gehabt und war auf hundertachtzig. Aber nich mehr wegen mir, mehr wegen unsern Fußballern. Das kalte Bier hat den Hans-Werner auch nich wirklich beruhigen können. Wie´s kurz vor Schluss war und die Türken schießen den Ausgleich ist die Wohnzimmerlampe zu Bruch gegangen. Aber dann ham wir doch noch gewonn.

Zum Finale muss ich jetze am Sonntag mit dem Hans-Werner und seinen Kumpels ins Feuerwehrheim. Auf der Wiese dahinter ham die eine Leinwand aufgestellt und gucken alle zusammen. Ich mach Bierdienst hab ich dem Hans-Werner versprochen, damit er nich mehr böse ist. Vielleicht färb ich mir auch meinen Afro mit gold-schwarz-rot. Am besten, ich frag ma die Mädels hier im Büro, wo ich saubermach. Die ham immer blaue Perücken auf, wennse Fußball gucken. Verrückt, was? Na ich putz dann erst ma weiter, weil sauber muss sein. Schön Daumen drücken für Sonntag! Immer Eure treue Blutze.


Blutze mit Afro-Look

19. Juni, 2008

Liebe Leute,
heute hab ich ein Blumenstrauß gekriegt von der Frau, die immer soviel lacht. Ganz schön mit Sonnenblumen drin, die so leuchten wie die Lampinjons auf dem Gartenspartenfest am Wochenende. Sie hat gesagt, das ist, weil ich fast gar keine Fehler mehr schreib auf meim Block. Und wenn keine Fehler sind, dann kann man das viel besser lesen. Es gibt jetze immer mehr, die wo auf meim Block lesen. Das versteh ich zwar nich, weil ich lass den ollen Block ja nirgends rumliegen, aber isso, hatse gesagt. Und jeder, der mir mal eine Antwort auf meim Block schreibt, kriegt ein Stück Apfelkuchen, weil ich mich so drüber freu. Kann aber auch sein, dass die mit den Blumen sich wollt entschuldigen. Ich war doch die Woche beim Frisör. Der Hans-Werner, was mein Mann ist, hat im Radio gehört von einer Aktion mit halbem Preis für eine neue Dauerwelle. Abends war da sogar extra offen, als Fußball im Fernsehn war. Für welche, wo die Männer zu Hause in Ruhe Fußball guggen wollen. Ich bin ja auch so eine, ich lauf immer vor dem Bild her und wisch nochma die Fensterbank oder gies Blumen. Manchmal bring ich auch Schnittchen, aber der Hans-Werner kanns nit leiden, wenn ich vorm Bild rum lauf. Dann mach ichs grad. Ich wohn da ja auch schliesslich.

Also hat der Hans-Werner mir die zwanzig Mücken gegeben und noch so ein Pikolösche Perlwein lieblich. Was er nit gewusst hat war, das die da beim Frisersalong auch Pikolösche gehabt ham. Ich hatt dann vier oder so drin, wie ich dran gekommen bin. Na ja dann hab ich halt bissl viel Mut gehabt und hab gesagt, sie soll ma so die Haare machen wie der Paul Breitner. Der is einer von mein Lieblingsfußballern. Ich weiß nich genau, bei wem der spielt, aber der ist glaub ich auch Weltmeister. Jedenfalls sieht der ganz toll aus und lässt sich nix gefallen. Da hab ich gedacht, wenn ich auch so ausseh, lass ich mir auch nix mehr gefalln und hau mal auf den Putz in der Firma, wo ich saubermach. Dass die nich immer soviel ausländisch reden mit ihren blauen Rehen und die olle Blutze kein Wort versteht, wenn ich zufällig mal mit meim Ohr am Schlüsselloch bin.

Na wie ich heimgekomm bin vom Frisör hat der Hans-Werner kein Pieps gesagt erstma vor Schreck. Nur was von eim großen Strohhut, den er noch in seim Gartenhäuschen hat. Ich hab dann kaum schlafen können und ganz wüst geträumt. Obs wegen der Frisur war oder wegen dem Sekt weiß ich nich, aber irgendwie hat Paul Breitner mit dem Kopf vom Jogi im Urwald Elfmeter geübt. Am nächsten früh hier im Büro, wo ich saubermach, ham alle so gemacht, als würdense nix bemerken. Selbst die Frauen. Ich mein, das geht doch nich. Frauen müssen so was doch sehen und dann sagen, dass das toll aussieht. Auch wenns nich so is. Wie ich Nachmittag ins Büro gekomm bin, wo die immer die Tests machen von den Rekordergeräten, zum Papierkörbe ausleeren, ham da zwei gesessen mit so schwarzen Afriluk-Perücken und Bananen gegessen. Da bin ich aber verrückt geworn und hab denen die Papierkörbe aufn Teppich geschüttet. War aber nix drin, die bräuchten eigendlich gar kein Papierkorb, die schreiben ja nur immer mit ihren Computermaschinen.

Ich hab dann mein altes Glätteisen aus der Schublade gekramt und alles wieder in Ordnung gebracht. Also so weit wie das gegang ist. Jetze is wieder Frieden zu Haus und die Sonnenblumen stell ich heut Abend schön auf den Fernseher, wenn unsere Jungs gegen die Portugaller spielen. Vielleicht hilfts. Aber bis dahin wird noch ein bissl der Besen geschwung. Sauber muss sein. Feudel marsch, immer Eure treue Blutze.


Pfützenalarm

12. Juni, 2008

Liebe Leute,
also wenn ich sone Sauerei hinterlässen tät in dem Blurä-Büro, wo ich saubermachen tu, da würd ich aber Ärger kriegn würd ich da. Ich mein die aus der Schweiz. Sonst immer das 1-A-Sauberland. Wie ich noch jünger war hab ich mal an eim Putz-Wettbewerb mitgemacht, da war der erste Preis eine Woche in der Schweiz mit Besuch vom Klärwerk und Müllhalde. Die war aber ganz klein bloß, weil die Schweizer kaum Dreck machen. Hat in som Heftchen gestanden. Und jetze sone Sauerei mit dem ganzen Wasser auf dem Fußballrasen. Das muss doch einer wegwischen, wenn die Jungs spielen wolln. Das kamma doch nich so lassen. Am Ende fällt noch einer hin und tut sich wehtun. Mein Hans-Werner hat gesacht, dass die dann auch verloren ham, die Schweizer und jetze nach Hause fahrn müssn. Die hams aber nich so weit, die müssen nur eimal den Berg hoch, dann sindse zuhaus. Die wohnen alle aufm Berg da und tuten auf eim riesen Horn, wenns Mittag gibt. Gibt aber meistens nur Käse und zum Nachtisch Dreiecksschokolade oder Ricola-Bombongs.

Die Östreicher brauchen auch gar nich na Hause fahrn, das singen die Leute am Rand immer ganz laut. „Ihr braucht nich nach Hause fahrn, ihr braucht nich nach Hause fahrn“. Die ham die bestimmt ganz doll gern, deswegen singn die das. Ich ha schon immer ma geguggt, ob meine Freundin Anna, die wo aus Wien ist, auch mitsingt. Hab sie aber noch nich gesehn. Dafür hab ich aber gestern abend mal wieder mit der Dorota telefoniert, die is aus Polen und macht inner Firma sauber, wo so DVDs verkauft wern. Die machen aber bald dicht, weil DVD is bald nich mehr, hat die Dorota gesacht. Fielleicht kannse dann bei uns anfang. Nur wiese gemeint hat, das der Poldi jetze vonner Regierung rausgeworfn wird aus Polen, und das das gut so is, da hab ich se ausgelacht. Weil der is doch gar kein Pole, der war nur mal einer, wie er ganz klein war. Na ja, das kann die Dorota ja nich wissen.

Mein Hans-Werner hat sich heut früh schon beim Aldi ordentlich Bier-Nachschub geholt. War alle. Auf meim Block hat einer gefragt, ob er die 12 Lagen von letztens schafft. Ihr kennt alle mein Hans-Werner nich. Da passt schon was rein in den. Heut is ganz wichtich, sacht er. Gegen Krotien. Wenn wir da gewinn dann sind wir Weltmeister oder so was. Hoffentlich muss ich dann nich wieder mit dem Dicken hinten drauf mitm Fahrrad beim Korso mitfahrn. Da bin ich ja fast gestorbn beim letzten Mal, als wir auch Weltmeister geworn sind. Dritter glaub ich.

Hier im Büro is eine, die schreibt immer ganz schlaue Sachen über die Fußballspiele. Aber hinterher! Das kann ja jeder. Vorher wissen is klug. Und jetze hat die mein Hans-Werner auch noch eingeladen. So gemüdlich aufs Sofa mit Bierchen und Chips und so. Die muss wohl spinnen, muss die. Der mach ich ein Schweizer Pfützenschlachtfeld in ihr Büro, dasse ersäuft drin. Oder wenigstens ordentlich ausrutscht und hinknallt mit ihren Model-Beinchen. Die macht ja alle verrückt hier im Büro, wennse nur die Treppe hochgeht. Und im Konferenzraum ham die ein Glastisch, da tutse die Beine immer übereinanderschlagen mit ihrm kurzen Rock. Na ich brauch nich weitererzähln. Mein Werner bleibt sauber jedenfalls. So wie die ganze Firma hier. Dafür steh ich grad. Forwärts Jungs, der Ball is rund, Feudel marsch, Eure olle Blutze.


Jetze geht’s los

5. Juni, 2008

Liebe Leute,
ich glaub, das wird nix mit meinem Job als Bundespräsentin. Der kleine Chef hat rausgekrigt, was ich letzte Woche in dem doofen Keller gemacht hab. Das war der Servierraum, hat er gesagt, da hätt ich nix zum suchen. Und Kabels durchschneiden soll ich ja nich mehr, sonst setzts was. Wie er ferig war mit ausschimpfen hat er mir noch gesagt, wenn ich in die Poltik gehen will, muss ich in Rechtschreibung üben. So ein Quatsch. Die Poltiker ham doch alle Leute dafür, dass die denen was schreiben tun. Das machen die garnich selber. Die sind so vorneem, die fahrn bloß mit den dunklen großen Schlitten vor Hotels und gehen dann essen zusammen.

Aber man weiß ja nie, was kommen tut, hat meine Oma immer gesagt. Deswegen geb ich mir jetze Müh und pass auf, dass ich keine Fehler mehr schreib oder wenigstens nich so viel. Im Amerika ist jetze sogar ein Schwarzer zum Chef gewählt worn, ich geb die Hoffnung für meine Kariäre noch nich auf. Die Amis müssen jetze sogar extra das weiße Haus neu malern, wie siehten das sonst aus mitm schwarzen Mann drin? Der Hans-Werner, was mein Mann is, der tut sich ja für Poltik gar nich interssieren. Dem is egal, wer ihm keine Arbeit gibt, sacht er immer. Aber im Fußball, da isser ganz groß, da weiß er echt was. Der könnt Deutschlandträner werden oder sogar von Baiern.

Gestern isser vom Aldi zurück und hat 12 Lagen Bier dabei. Gab keine Milch, hatter gesacht und wenn Bier auch noch knapp wird, is besser was zu bunkern. Paar Flaggen hatter auch mitgebracht. Eine steht jetze aufm Fernsehn und eine soll ich mir ans Rad machen, wenn ich auf Arbeit fahr. Mach ich aber nich, ich bin ja für Italien. Wir warn mal in Rimini im Urlaub, das war urst schön. For allem die Männer da, wenn die eim nachpfeifen, da hab ich aber jedesmal mein Ranzen eingezogen, sach ich euch. Son Malerhut mit Deutschlandfarben hat der Hans-Werner auch mitgebracht, für den Uli, was unser Sohn is. Findet der aber voll spiesig und hat Fugk Germany mit dem Filzer draufgekritzelt. Fugk heist bestimmt Fußball-und-Gymnastik-Klub oder so, die kenn ich nich, die spieln glaub ich auch gar nich mit bei der Europaschaft.

Hier im Büro von den Blauen, wo ich saubermach ham die ein Riesenfernsehn aufgestellt, der wird mit Blasma gekühlt glaub ich. Die lustige Frau, bei der ich bald jeden Tag saugen muss, weil die immer so rumschweinert beim Frühstück, hat sich extra ein Tischört gekauft wo oben steht „Mach ihn rein“. So eins könnt ich ja auch anziehn für die EM, da freut sich mein Hans-Werner bestimmt. Aber erst mal noch ne Runde reinigen, sauber muss sein. Fiel Spaß beim Fußballguggen und immer Feudel marsch, Eure olle Blutze.


Frau Blutze im Wal-Kampf

29. Mai, 2008

Liebe Leute,
ich habs ja gar nich erst glauben wolln, was alle passirt ist seit der Schampajne. Letzte Woche war ich noch so traurig, weil ja keiner mir hat was schreiben wolln auf meim Block. Und dann isses losgegang. Einer nach dem anderen hat in seine Zinjatur, das hab ich schomal erklärt, das ist Unterschrift auf japanisch, jedenfals ham da alle reingeschriben „Blutze foewa“ und so. Jetze muss sich die Kristine Schwan aber dikke Schuhe anziehn, wenn die Blutze sich auch noch anmelden tut für Bundespräsent. Hier in der Firma, wo ich saubermach, täten alle mich wähln. Die wolln auch richtich Walkampf machen für die alte Blutze. Einer hat auch schon wider so ein Zetel an mein Spind geklebt: „Blutze ist der 1. Wal“ stet oben.

Geübt hab ich auch schon heimlich. Im Keller von der Firma hier is ein Abstellraum mit lauter alter grauen Kisten und hunderte von Kabels. Ich hab die Gartenschere aus der Datsche mitgebracht und ganz feierlich geguggt, wie auf der Beerdigung vom Onkel Paul, wo der eine von der Kapelle sich so verschlukt hat, weil er Streuselkuchen vom Bufet gemopst hat. Der wär dann fast noch dem Onkel Paul hinterher so hat der gehustet. Streuselkuchen kauen und Posaune get garnich zusammen. Aber egal, ich hab ganz feierlich geguggt und dann ein zwei von den Kabel durchgeschnibbelt. Das ham die im Fernsehn gezeigt, wie das der Bundespräsent auch immer macht. Der heist Heinz Köhler und hat sein Büro glaub ich in Afrika.

Es hat auch gleich geblitzt, wie wenn der Köhler Heinz bei eim Krankenhaus das Bändel durchschneiden tut, damit die schwarzen Negerkinder da auch rein können. Das seh ich ja immer gerne, so ein schwarzes Krausköppl in dem feinen weisen Bettzeuchs. Da spend ich dann auch was für, wenn ich die Wal gewinnen tu. Wo´s fertich war mit dem Geblitze hat es aber nich so gut gerochen mer in dem Abstellraum. Eigendlich hat´s so gerochen wie als der Hans-Werner, was mein Mann ist, mir mal das Haarteil abgefackelt hat auf der Silvesterfeier bei Bormanns. Ich hab dann auch schnell die Tür zu gehaun und erst mal aufgehört mit üben. War ja auch viel los hinterher. Eine Menge Leute sind in die Firma gekomm mit aufgeregten Gesichtern und als die wider weg warn hat ein großes Vorhängeschloss an dem blöden Abstellraum gebaumelt. Nur gefunden ham die nix. Was eine gute Reinemachfrau is, die weis schon, wie man Spuren verwischt. Und ihr verpetzt mich doch nich, oder? Ich lad euch dann auch ma in meine Bundespräsentenvilla ein, mit Torte und allem. Bis dahin immer vorwärts Feudel marsch, Eure Blutze.


Frau Blutze macht ´ne Schampanje

22. Mai, 2008

Liebe Leute,
ich putz ja jetze schon ganz paar Wochen in der Firma mit den blauen Filmen. Auser dass ich sauber mach, muss ich auch alles, was so passiert, immer auf meim Block aufschreiben. Schreiben is ja eigendlich nich so mein Ding. Früher, da wo ich noch jung war, hab ich gern geschriben. For allem ins Pösiealbum von mein Freundinnen. Nach der Schule hab ich dann mehr so handfestes gemacht. Na ja, jetze schreib ich halt immer auf meim Block und die Leute hier in dem Büro machen dann, das das auf den Fernseher kommt und alle lesen könn, was ich schreib. Deshalb hat der kleine Chef auch gesagt, ich soll nich so viele Feeler machen. Mach ich ja garnich. Ich streng mich jetze immer ganz doll an und frag sonst die Frau, die immer so viel lacht. Die hat gesagt, ich wär schon vil besser geworn.

Am Anfang, wo das alle gelesen ham, ham auch welche auf meim Block geschrieben im Fernseher. Jetze nimmer so viel. Das macht die alte Blutze traurig. Ich bin auch schon in meine Besenkammer gegang und hab geweint, hat aber keiner gesehn, da bin ich wider raus und hab weiter gewischt. Bringt ja nix zu heulen wenn keiner guckt. Nach drei Tage bedröppelt gucken hat der kleine Chef endlich gefragt, was los is. Wie ichs ihm erzält hab, isser rot geworn weil er nix gemerkt hat die ganze Zeit und dann hat er gesagt, dass er jetze eine Schampanje macht oder so. Für mehr Blutze-Freunde. Ich weis ja nich, wie eine Schampanje geht, aber ich freu mich schon drauf. Einer hat schon angefangen. Der Schurl. Der macht jetze Werbung für mein Block. Mit seiner Zinjatur. Das ist japanisch für Unterschrift. Wenn alle da mitmachen hat der kleine Chef gesagt, dann bin ich bald berümt. Dann komm ich garnimmer zum Saubermachen, weil soviiel auf meim Block los is.

Na ja, das wär ja dann auch besser für mein Kreuz, wo schon ganz schön zwicken tut manchmal. Aber Angst, das nimmer sauber wir, muss keiner ham, bin ja echt gern hier bei den Blauen. Jetze bin ich mal gespannt wien Flitzebogen ob das klapt mit der Schampajne. Bis dahin mach ich erst mal weiter, muss noch irgendwelche Bags entfernen, keine Anung, was das is, werd mich ma auf die Suche machen. Feudel marsch, immer Eure treue Blutze.


Frau Blutze sucht die blauen Mädchen

15. Mai, 2008

Liebe Leute,
ein hin und her is das hier in der Firma, wo ich saubermachen tu, da weis man goarnie, wo eim der Kopp steht. Eigendlich gehts ja hier um so blaue Filme, aber jetze gehts ständich um Fusball. Da is nämlich bald Olimpiade von allen guten Manschaften, wo in der Europaliga spieln, hat mir mein Hans-Werner erklärt und das er gans fiel Bier kaufen mus, damit er das aushalten tut. Der Hans-Werner regd sich nämlich immer so auf, wenn die ni so spieln wie er denkt dasses richtig is. In der Firma ham die auch schon Wetten am laufen, wer erster Siger wird und zweiter. Dritter gibds nich, das hat mir auch der Hans-Werner gesagt und ich habs dem kleinen Chef weiter gesagt. Wie ich Feierabnd gehabt hab, hat er mir eine Schachtel Mongscheri dafür geschengt. Ich soll ma gans stolz sein auf mein Mann, das der so schlau is. Na ja bei fußball schon aber sonst!

In unserm Garten stelld der sich glaub ich mit Absicht immer dumm an, weil dann musser nich so fiel machen. Die Woche war ja so schönes Wetter, da hat er mir solln helfen, alles auf Fordermann zu bringen. Wenn der Spartenforstand kommt, musses ja ordendlich sein, sonst gibds Mecker. Na erst hatter die Hacke abgebrochen, die war unten nur noch mitm alten Seil drangebamselt, aber wemma fosichtig is, gehts schon. Der Dicke hat sich aber draufgestützt zum besser gucken können, wie die Nachbarin mit fast nix an drüben übern Rasen gelascht is. Wie er wider hoch war, hatter die kabutte Hacke in der Hand und en Schleiz in der Gartenhose auch noch. Dann warer sauer und wolld sich den Klapstuhl aufmachn und ein Bier gleich noch dazu. Den Klapstuhl ham wir dann auf den Haufen fürs Maifeuer geworfen, der is jetze nich mer zum gebrauchen.

Wie ich das der Frau erzält hab, die immer so fiel lacht, sachtse, in der Firma gibs auch sone Jungs. Die schmirn sich nich ma die Früstücksbemmen selber, weil könnt ja was passirn. Aber auf große Hose machen, wennse ihre wichtigen Besprechungen ham und aufgeregt hin und her laufen und lauter ausländische Wörter sagen. Neulich ham die eine Telefonkonfarenz gemacht, mit alle um den Tisch drumrum und kleine Kameras in der Mitte. Da ham dann alle reingegrinst und glaub ich mit dem Tisch geredet. Das hat alles mit den neuen Mädchen zu tun, hat mir einer von den Jungs, die wo sich die Bemmen nich selber schmirn erklärt. Die neuen Mädchen sind so gut, das man gans fiel draufpacken kann, so soll ich mir das forstellen. Wo wir ma mit dem Uli, was unser Sohn is, in Tunesien warn zum Urlaub, da ham die Fraun auch immer alles tragen müssen und die Kerle ham nur Tee getrunken den gansen Tag. Filleicht is das ja so gemeint. Nur wieso die neuen Mädchen alle blau sind, das hab ich noch nich rausgekrigt. Is ja auch erstma egal, wichtig is, das alles sauber is. Deswegen jetze ma wider Feudel Marsch und schön beim Fusballwetten mitmachen, immer Eure treue Blutze.


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